Ausbildung zur Immobilienkauffrau / zum Immobilienkaufmann
Kein anderer Abschluss wird in Stellenanzeigen der Immobilienverwaltung so oft verlangt wie dieser. Wer ihn hat, erfüllt auch die Anforderung des zertifizierten Verwalters — ohne eine zusätzliche Prüfung.
Ablauf und Inhalte
Immobilienkaufmann/-frau ist ein anerkannter dualer Ausbildungsberuf: Sie arbeiten im Betrieb und besuchen parallel die Berufsschule. Die Regeldauer beträgt drei Jahre, bei guten Leistungen oder einschlägiger Vorbildung ist eine Verkürzung möglich. Abgeschlossen wird mit der Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer.
Inhaltlich deckt die Ausbildung die ganze Breite der Branche ab — deshalb ist sie so anschlussfähig:
- Verwaltung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, WEG- und Mietverwaltung
- kaufmännische Steuerung: Wirtschaftspläne, Abrechnungen, Mahnwesen
- Vermietung, Vertragswesen, Kundenbetreuung
- technische Grundlagen der Instandhaltung und Bewirtschaftung
- rechtliche Grundlagen, vor allem Miet- und Wohnungseigentumsrecht
Voraussetzungen
Eine bestimmte Schulform ist nicht vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend mit Realschulabschluss oder Abitur ein, entscheidend sind aber Sorgfalt im Umgang mit Zahlen und Fristen sowie die Bereitschaft, mit Menschen zu arbeiten — der Beruf ist deutlich kommunikativer, als der Name vermuten lässt.
Warum der Abschluss so viel wert ist
Zwei Gründe. Erstens ist er die am häufigsten geforderte Qualifikation in Stellenanzeigen der Verwaltung — Sie erfüllen damit die Standardanforderung. Zweitens gilt die Ausbildung als gleichwertig zur Zertifizierung nach § 26a WEG: Sie brauchen die IHK-Prüfung zum zertifizierten Verwalter also nicht zusätzlich ablegen. Das ist ein Vorteil, der vielen Absolvent:innen selbst nicht bewusst ist.
Wie es danach weitergeht
Ăśbliche Wege sind die eigenverantwortliche Objektbetreuung in WEG- oder Mietverwaltung, die Spezialisierung in der Objektbuchhaltung oder die Weiterbildung zum Immobilienfachwirt bzw. zur Immobilienfachwirtin (IHK). Wegen des Personalmangels sind die Ăśbernahmechancen nach der Ausbildung in der Regel gut.
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Ausbildung?
In der Regel drei Jahre im dualen System. Eine Verkürzung ist bei guten Leistungen oder mit einschlägiger Vorbildung möglich — sprechen Sie das mit Betrieb und IHK ab.
Brauche ich Abitur?
Nein, eine bestimmte Schulform ist nicht vorgeschrieben. Viele Betriebe stellen mit Realschulabschluss ein.
Gilt die Ausbildung als Zertifizierung nach § 26a WEG?
Ja, die Ausbildung als Immobilienkauffrau/-mann (IHK) gilt als gleichwertig. Eine zusätzliche Prüfung zum zertifizierten Verwalter ist damit in der Regel nicht nötig.